E-Auto günstig zu Hause laden – So profitieren Sie vom Marktpreis

Wer ein E-Auto fährt, hat einen entscheidenden Vorteil gegenüber Verbrenner-Fahrern: Sie können selbst beeinflussen, wann Ihr Auto „getankt" wird. Und das ist genau der Hebel, mit dem sich beim Stromtarif mit dynamischem Marktpreis – wie FlexPower Neo – tatsächlich spürbar Geld sparen lässt. In diesem Ratgeber erklären wir, warum Nachtstrom in Österreich deutlich günstiger sein kann, wie die Erweiterte Smart-Meter-Einstellung IME zum entscheidenden Faktor wird, welche Ladestrategien sich lohnen und wie Sie das Maximum aus Ihrer Wallbox herausholen.

Warum ist Nachtstrom an der Börse oft günstiger?

Der Strompreis an der österreichischen Strombörse EPEX SPOT AT schwankt tagsüber teilweise erheblich. Tagsüber, wenn viele Haushalte und Betriebe gleichzeitig Strom verbrauchen, ist die Nachfrage hoch. Nachts, wenn die meisten Menschen schlafen, sinkt sie deutlich. Da die Erzeuger ihre Kraftwerke aber nicht beliebig oft an- und abschalten können, fallen die Großhandelspreise nachts oft deutlich – manchmal um ein Drittel oder mehr. Dazu kommt, dass mittags an sonnigen Tagen viel Solarstrom ins Netz fließt, weshalb auch die Mittagsstunden günstig sein können.

Wer einen klassischen Fixpreis-Tarif hat, profitiert von diesem Tag-Nacht-Unterschied gar nicht – der Anbieter kalkuliert seinen Preis als Mischpreis und behält die Differenz für sich. Wer hingegen einen Floater-Tarif wie FlexPower Neo hat, sieht den günstigeren Nachtpreis direkt auf seiner Abrechnung – sofern der Smart Meter im richtigen Modus läuft.

IME ist der Schlüssel für E-Auto-Besitzer

Hier wird es technisch wichtig. Nur mit der Smart-Meter-Einstellung IME – Intelligentes Messgerät, Erweiterte Einstellung – werden Ihre tatsächlichen Verbrauchswerte in 15-Minuten-Auflösung an den Marktpreis gekoppelt. Das heißt: Wenn Sie Ihr E-Auto um drei Uhr nachts laden und der EPEX-Preis in dieser Stunde besonders niedrig liegt, dann wird Ihnen genau dieser niedrige Preis verrechnet. Mit der Standardeinstellung IMS hingegen würde Ihr Tagesverbrauch gemäß einem standardisierten Lastprofil rechnerisch über den Tag verteilt – der günstige Nachtpreis käme nur teilweise oder gar nicht bei Ihnen an. Detaillierte Erklärung im Ratgeber zu Smart Meter und IME.

IMS vs. IME beim E-Auto-Laden – ein Beispiel

Um den Unterschied greifbar zu machen, ein illustratives Rechenbeispiel. Wir betrachten einen typischen E-Auto-Fahrer mit folgenden Annahmen:

  • Fahrzeug mit ca. 18 kWh Verbrauch pro 100 km
  • Jahresfahrleistung: 15.000 km
  • Daraus resultierender Ladestrombedarf: rund 2.700 kWh pro Jahr
  • Geladen wird ausschließlich nachts zwischen 23 und 6 Uhr (Wallbox mit Zeitsteuerung)

Der entscheidende Punkt ist nicht der absolute Preis, sondern der Unterschied zwischen Tag- und Nachtpreis. An vielen Tagen liegt der EPEX SPOT AT Day-Ahead-Preis in den Nachtstunden mehrere Cent unter dem Mittelwert eines synthetischen Lastprofils. Wer mit IMS abrechnet, bekommt diesen Vorteil weitgehend ausgemittelt – mit IME landet er fast vollständig auf der Kundenrechnung. Über 2.700 kWh Ladestrom pro Jahr macht sich das spürbar bemerkbar.

Wir verzichten an dieser Stelle bewusst auf eine Euro-Spar-Aussage, weil die tatsächliche Differenz vom realen Marktverlauf abhängt und sich Tag für Tag unterscheidet. Wer aber regelmäßig nachts lädt und einen Floater-Tarif mit IME nutzt, holt im Schnitt deutlich mehr aus dem dynamischen Strompreis heraus als jemand mit IMS oder einem klassischen Fixpreis-Tarif.

Optimale Ladestrategie für zuhause

Damit aus dem theoretischen Vorteil ein echter wird, müssen Sie ein paar einfache Dinge umsetzen. Die gute Nachricht: Es ist kein großer Aufwand.

1. Wallbox mit Zeitsteuerung nutzen

Fast jede moderne Wallbox – ob KEBA, go-eCharger, Wallbe oder andere – bietet die Möglichkeit, Ladevorgänge zeitlich zu programmieren. Stellen Sie als Standardstrategie ein, dass die Ladung erst um 23 Uhr startet und bis 6 Uhr morgens läuft. Damit landen Sie automatisch in den typischerweise günstigeren Nachtstunden.

2. Live-Strompreise im Blick behalten

Auf der FLEXENERGY-Startseite zeigen wir Ihnen jederzeit die günstigste Stunde des heutigen Tages. Wer flexibel laden kann – etwa weil das Auto tagsüber zuhause steht –, sollte gelegentlich die Tagespreise prüfen. Manchmal ist es um die Mittagszeit (Stichwort Solarspitze) sogar günstiger als nachts.

3. Smart Charging Apps nutzen

Manche Wallboxen oder Hersteller-Apps (Tesla, Polestar, BMW i, ABRP) erlauben dynamisches Laden basierend auf Strompreissignalen. Mit IME als Voraussetzung können Sie damit Ihre Ladevorgänge automatisch in die günstigsten Stunden verschieben.

4. PV-Überschuss-Laden für Hauseigentümer

Wer eine eigene Photovoltaik-Anlage besitzt, sollte tagsüber überschüssigen Solarstrom direkt ins E-Auto laden. Was übrig bleibt, kann abends aus dem Netz mit dem dynamischen Tarif nachgeladen werden. Diese Kombination minimiert die Stromkosten am stärksten.

Wallbox und Smart Charging – Worauf achten?

Wer eine Wallbox neu installiert oder eine bestehende ersetzen will, sollte beim Kauf auf folgende Funktionen achten, um das volle Potenzial eines dynamischen Tarifs auszuschöpfen:

  • Zeitsteuerung: Programmierbare Lade-Zeitfenster sind das absolute Minimum.
  • Strommessung und API: Boxen mit eingebautem MID-Zähler und einer offenen API erlauben spätere Integrationen mit Smart-Home-Systemen.
  • Steuerbarkeit über App: Hilfreich für spontane Anpassungen – etwa wenn der nächste Tag eine besonders sonnige Wetterlage zeigt.
  • Lastmanagement: Wichtig in Mehrfamilienhäusern oder bei kleinerer Hausanschlussleistung.
  • OCPP-Unterstützung: Für Anbindung an dynamische Tarif-Apps und Smart-Charging-Plattformen.

Einsparpotenzial realistisch einordnen

Wir wollen es ehrlich halten: Wie viel Sie tatsächlich beim E-Auto-Laden mit FlexPower Neo sparen, hängt von vielen Faktoren ab – Ihrem aktuellen Tarif, Ihrer Verbrauchsstruktur, Ihrer Bereitschaft, den Verbrauch in günstige Stunden zu schieben, und natürlich vom realen Marktverlauf, der sich täglich ändert. Was wir versprechen: Sie sehen jederzeit transparent, wie sich Ihr Strompreis zusammensetzt, und Sie zahlen tatsächlich genau das, was die Energie an der Börse gekostet hat – plus eine einzige, fix ausgewiesene Servicepauschale gemäß Tarifblatt.

Wer den Schritt von einem klassischen Fixpreis-Tarif zu einem IME-basierten dynamischen Tarif macht und seine Wallbox auf Nachtladung programmiert, dürfte in den meisten Marktphasen einen messbaren Vorteil spüren – ohne dafür im Alltag etwas Wesentliches zu verändern.

FLEXENERGY

E-Auto-Strom direkt vom Marktpreis

FlexPower Neo plus IME-Aktivierung. Wir aktivieren die Erweiterte Smart-Meter-Einstellung kostenlos beim Wechsel.

Jetzt wechseln

Häufige Fragen

Lohnt sich ein dynamischer Stromtarif für E-Auto-Besitzer?
Ja, in den allermeisten Fällen. Wer regelmäßig zuhause lädt und seine Ladevorgänge in günstige Stunden verschieben kann (typischerweise nachts), profitiert spürbar vom dynamischen Marktpreis – sofern der Smart Meter auf IME steht.
Brauche ich für günstiges Nachtladen eine spezielle Wallbox?
Nein. Jede moderne Wallbox mit Zeitsteuerung reicht aus. Sie programmieren ein Lade-Zeitfenster (z.B. 23–6 Uhr), und das Auto lädt automatisch in der voreingestellten Zeit. Smart-Charging-Apps können die Strategie weiter verfeinern.
Was bringt IME konkret beim E-Auto-Laden?
Mit IME wird Ihr Verbrauch in 15-Minuten-Auflösung exakt den jeweiligen Marktpreisen zugeordnet. Wer nachts lädt, zahlt damit den tatsächlich günstigen Nachtpreis – nicht einen synthetisch berechneten Tagesdurchschnitt wie bei IMS.
Kann ich mit FLEXENERGY auch Strom für eine Photovoltaik-Anlage beziehen?
FlexPower Neo ist ein klassischer Bezugstarif – also für den Strom, den Sie aus dem Netz beziehen. Einspeisetarife für PV-Überschüsse bieten wir aktuell nicht an. Die Kombination aus PV-Überschuss-Eigenverbrauch und einem dynamischen Bezugstarif für den Restbedarf funktioniert dennoch sehr gut.
Was passiert, wenn der Strompreis nachts mal teuer ist?
Auch das kann vorkommen, etwa bei kalten Wintertagen mit wenig Wind. Bei einem dynamischen Tarif tragen Sie die Marktvolatilität direkt mit – im Schnitt aber profitieren Sie über das Jahr betrachtet meist vom günstigen Marktpreis. Wer absolute Planungssicherheit braucht, ist mit einem Fixpreis-Tarif besser bedient.

Weiterführende Ratgeber