Smart Meter in Österreich: IMS vs. IME einfach erklärt

Smart Meter sind in Österreich seit der bundesweiten Rollout-Pflicht inzwischen flächendeckend installiert. Was viele Endverbraucher nicht wissen: Es gibt zwei unterschiedliche Betriebsarten – IMS und IME – und der Unterschied zwischen ihnen entscheidet darüber, ob Sie tatsächlich von dynamischen Stromtarifen wie FlexPower Neo profitieren oder nur von einem synthetisch berechneten Mittelwert. In diesem Ratgeber erklären wir, was Smart Meter genau sind, wie sich IMS und IME unterscheiden, welche Vorteile die Erweiterte Einstellung bringt und wie Sie sie kostenlos aktivieren.

Was ist ein Smart Meter?

Ein Smart Meter ist ein digitaler Stromzähler mit Kommunikationsmodul. Anders als der klassische Ferraris-Zähler – der noch in vielen älteren Wohnhäusern hängt – misst er den Verbrauch nicht nur, sondern speichert ihn auch in feiner zeitlicher Auflösung und überträgt die Daten verschlüsselt an den Netzbetreiber. Smart Meter sind die technische Voraussetzung dafür, dass Endkundinnen und Endkunden überhaupt vom dynamischen, viertelstündlichen Strompreis profitieren können – denn nur wer den Verbrauch in dieser feinen Auflösung misst, kann ihn auch entsprechend verrechnen.

Die Geräte werden in Österreich vom jeweiligen Netzbetreiber installiert. Sie selbst zahlen weder für den Smart Meter noch für seinen Einbau extra – die Kosten sind über die regulierten Netzentgelte abgegolten.

IMS vs. IME – Der entscheidende Unterschied

Hier wird es interessant. Jeder Smart Meter in Österreich kann in zwei unterschiedlichen Modi betrieben werden, und die Wahl macht für dynamische Tarife einen riesigen Unterschied.

IMS – Intelligentes Messgerät, Standardeinstellung

Im IMS-Modus liest der Netzbetreiber Ihre Verbrauchsdaten einmal täglich aus. Sie sehen also immer nur den Tageswert – nicht, wann genau im Tag Sie wie viel verbraucht haben. Für dynamische Tarife wird der Tagesverbrauch dann synthetisch auf die einzelnen Viertelstunden aufgeteilt, basierend auf einem standardisierten Lastprofil. Das heißt: Selbst wenn Sie Ihr E-Auto komplett um drei Uhr morgens geladen haben, wo der Strom an der Börse vielleicht günstig war, rechnet das Profil einen mittleren Tagesverbrauch – und Sie zahlen den Mittelwert, nicht den günstigen Nachtwert. Den realen Vorteil günstiger Stunden verlieren Sie damit zu großen Teilen.

IME – Intelligentes Messgerät, Erweiterte Einstellung

Im IME-Modus überträgt der Smart Meter Ihre echten 15-Minuten-Werte an den Netzbetreiber. Die Abrechnung erfolgt damit exakt: Strom, den Sie zur günstigen Stunde verbraucht haben, wird mit dem günstigen Stundenpreis verrechnet. Strom, den Sie zur teuren Stunde verbraucht haben, mit dem teuren. Die volle Marktlogik kommt direkt bei Ihnen an. Für FlexPower Neo ist IME daher die empfohlene Einstellung – es ist der eigentliche Hebel, um beim dynamischen Tarif spürbar zu profitieren.

Wichtig: Ihre Verbrauchsdaten gehen nicht etwa „rund um die Uhr live" zum Anbieter. Die 15-Minuten-Werte werden vom Netzbetreiber datenschutzkonform gesammelt und einmal täglich übermittelt. Es gibt keine Echtzeit-Übertragung und keine Live-Überwachung Ihres Haushalts.

Vorteile von IME

Die Erweiterte Einstellung bringt vor allem zwei messbare Vorteile, die für unterschiedliche Nutzergruppen relevant sind.

1. Exakte Marktpreiszuordnung bei dynamischen Tarifen

Wer einen Tarif wie FlexPower Neo nutzt, profitiert mit IME in vollem Umfang vom günstigen Marktpreis – insbesondere dann, wenn Großverbraucher wie Wallbox, Wärmepumpe oder Heizstab gezielt in günstigen Stunden laufen. Mit IMS und einem synthetischen Profil wird dieser Vorteil weitgehend ausgemittelt.

2. Reduzierte Netzentgelte gemäß SNE-V 2026

Die Systemnutzungsentgelte-Verordnung (SNE-V) der E-Control regelt, wie Netzbetreiber ihre Tarife gestalten dürfen. Mit der SNE-V 2026 gibt es für IME-Kundinnen und -Kunden unter bestimmten Voraussetzungen reduzierte Netzentgelt-Komponenten. Konkret existiert ein sogenannter SNAP-Vorteil (Sommer-Nieder-Arbeitspreis), der von April bis September im Zeitfenster 10 bis 16 Uhr greifen kann und in dieser Zeit bis zu 20 % Reduktion der Netzentgelte ermöglicht. Die genauen Bedingungen legt Ihr zuständiger Netzbetreiber fest. Eine Übersicht findet sich auf e-control.at.

3. Volle Transparenz über den eigenen Verbrauch

IME-Daten erlauben es Ihnen, im Smart-Meter-Webportal Ihres Netzbetreibers den eigenen Verbrauch in 15-Minuten-Auflösung nachzuvollziehen. Wer wissen möchte, wann im Haushalt wie viel Strom fließt – etwa um Standby-Verbraucher zu identifizieren oder den Effekt einer neuen Wärmepumpe zu messen – braucht IME.

Wie aktiviere ich IME?

Die Umstellung von IMS auf IME ist kostenlos und erfolgt beim zuständigen Netzbetreiber. Es gibt zwei einfache Wege:

  1. Beim Anbieterwechsel direkt mitbestellen. Bei FLEXENERGY können Sie im Online-Wechselformular im Schritt „Zählerdaten" einfach das Häkchen bei „IME Opt-in" setzen. Wir reichen den Antrag dann automatisch beim Netzbetreiber ein. Sie müssen sich um nichts kümmern.
  2. Direkt beim Netzbetreiber. Auch ohne Anbieterwechsel können Sie die Umstellung jederzeit selbst beim Netzbetreiber beantragen – in der Regel über ein Webformular oder per E-Mail.

Die Umstellung dauert je nach Netzbetreiber wenige Tage bis wenige Wochen. Eine Hardware-Änderung ist nicht nötig: Der Smart Meter selbst kann beide Modi, lediglich die Konfiguration auf der Netzbetreiber-Seite wird angepasst.

Für wen lohnt sich IME besonders?

Grundsätzlich lohnt sich IME für jeden, der einen dynamischen Stromtarif nutzen möchte. Besonders deutlich werden die Vorteile aber bei diesen Nutzergruppen:

  • E-Auto-Besitzer: Wer sein Auto regelmäßig zuhause lädt, kann mit IME genau dann laden, wenn der Strom an der Börse günstig ist – typischerweise nachts oder mittags. Mit IMS bleibt dieser Vorteil auf der Strecke. Mehr dazu im Ratgeber E-Auto günstig laden.
  • Wärmepumpen-Haushalte: Wärmepumpen verbrauchen über das Jahr verteilt viel Strom. Wer den Pufferspeicher gezielt in günstigen Stunden auflädt, kann mit IME spürbar besser fahren als mit einer mittleren Profilrechnung.
  • PV-Anlagen-Besitzer mit Speicher: Wer den Heimspeicher in günstigen Marktphasen aus dem Netz nachlädt (Hybridbetrieb), bekommt mit IME den richtigen Preis verrechnet.
  • Großverbraucher generell: Sauna, Pool-Pumpe, Trockner, Geschirrspüler – wer diese gezielt in günstige Stunden verschiebt, profitiert mit IME direkt.

Wer hingegen einen sehr gleichmäßigen, durchschnittlichen Verbrauch ohne steuerbare Großverbraucher hat, wird mit IME zwar nicht schlechter abschneiden als mit IMS – der zusätzliche Effekt fällt aber kleiner aus.

FLEXENERGY

IME beim Wechsel kostenlos mitbestellen

Bei FlexPower Neo aktivieren wir die Erweiterte Einstellung Ihres Smart Meters direkt mit dem Wechsel – ohne Aufpreis, ohne Aufwand für Sie.

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Häufige Fragen

Kostet die Umstellung von IMS auf IME etwas?
Nein. Die Umstellung ist gemäß den Vorgaben der E-Control kostenlos. Bei FLEXENERGY beantragen wir sie auf Wunsch direkt beim Netzbetreiber im Zuge Ihres Wechsels.
Werden meine Verbrauchsdaten in Echtzeit übertragen?
Nein. Auch im IME-Modus werden die 15-Minuten-Werte vom Netzbetreiber gespeichert und einmal täglich gesammelt übermittelt. Eine Echtzeit-Übertragung oder Live-Überwachung findet nicht statt.
Brauche ich für IME einen neuen Zähler?
Nein. Jeder bereits installierte Smart Meter in Österreich kann sowohl IMS als auch IME. Es wird nur die Konfiguration beim Netzbetreiber geändert, keine neue Hardware verbaut.
Kann ich IME auch wieder deaktivieren?
Ja. Die Umstellung ist jederzeit reversibel. Sie können beim Netzbetreiber jederzeit zurück auf IMS wechseln, sollten Sie das wünschen.
Was bringt mir IME konkret bei FlexPower Neo?
Mit IME wird Ihr Verbrauch in 15-Minuten-Auflösung exakt den jeweiligen EPEX SPOT AT Marktpreisen zugeordnet. Sie zahlen also tatsächlich den günstigen Nachtstrompreis, wenn Sie nachts viel verbrauchen, statt eines synthetisch gemittelten Tagespreises wie bei IMS.

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